KD 19 Wochenplan 20.04.2020 - 24.04.2020

Deutsch (SACK)

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© Planet Flem/iStockphoto

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Herzliche Grüße - bleiben Sie bitte gesund!

Ihr Marc Lenk

M 1 Lange Rede, kurzer Sinn – ein Bild beschreiben

Wer einen Vortrag hält, sollte immer sein Publikum im Blick haben ...

Aufgaben

Beschreiben Sie das Bild über der Einleitung dieser Wocheninfo.
Stellen Sie Vermutungen darüber an, welche Fehler der Redner bei seinem Auftritt gemacht hat.

Welche Tipps würden Sie dem Redner geben, um in Zukunft die Aufmerksamkeit seines Publikums zu fesseln?

M 2 Ratschläge für einen schlechten Redner - so machen Sie‘s besser

Der Publizist und Satiriker Kurt Tucholsky veröffentlichte 1930 unter dem Pseudonym Paul Panter seine Ratschläge für einen schlechten Redner.

Ratschläge für einen schlechten Redner

von Kurt Tucholsky (* 9. Januar 1890 in Berlin; † 21. Dezember 1935 in Göteborg).

Fang nie mit dem Anfang an, sondern immer drei Meilen vor dem Anfang! Etwa so:

„Meine Damen und meine Herren! Bevor ich zum Thema des heutigen Abends komme, lassen Sie mich Ihnen kurz ...“

Hier hast du schon so ziemlich alles, was einen schönen Anfang ausmacht: eine steife Anrede; der Anfang vor dem Anfang; die Ankündigung, dass und was du zu sprechen beabsichtigst, und das Wörtchen „kurz“. So gewinnst du im Nu die Herzen und die Ohren der Zuhörer.

Denn das hat der Zuhörer gern: dass er deine Rede wie ein schweres Schulpensum aufbekommt; dass du mit dem drohst, was du sagen wirst, sagst und schon gesagt hast. Immer schön umständlich!

Sprich nicht frei – das macht einen so unruhigen Eindruck.

Am besten ist es: Du liest deine Rede ab. Das ist sicher, zuverlässig, auch freut es jedermann, wenn der lesende Redner nach jedem viertel Satz misstrauisch hochblickt, ob auch noch alle da sind.

Wenn du gar nicht hören kannst, was man dir so freundlich rät, und du willst durchaus und durchum frei sprechen ... du Laie! Du lächerlicher Cicero(1)! Nimm dir doch ein Beispiel an unsern professionellen Rednern, an den Reichstagsabgeordneten – hast du die schon mal frei sprechen hören? Die schreiben sich sicherlich zu Hause auf, wann sie „Hört! hört!“ rufen ... ja, also wenn du denn frei sprechen musst:

Sprich, wie du schreibst. Und ich weiß, wie du schreibst.

Sprich mit langen, langen Sätzen – solchen, bei denen du, der du dich zu Hause, wo du ja die Ruhe, deren du so sehr benötigst, deiner Kinder ungeachtet, hast, vorbereitest, genau weißt, wie das Ende ist, die Nebensätze schön ineinandergeschachtelt, sodass der Hörer, ungeduldig auf seinem Sitz hin und her träumend, sich in einem Kolleg wähnend, in dem er früher so gern geschlummert hat, auf das Ende solcher Periode wartet ... nun, ich habe dir eben ein Beispiel gegeben. So musst du sprechen.

Fang immer bei den alten Römern an und gib stets, wovon du auch sprichst, die geschichtlichen Hintergründe der Sache. Das ist nicht nur deutsch – das tun alle Brillenmenschen. Ich habe einmal in der Sorbonne(2) einen chinesischen Studenten sprechen hören, der sprach glatt und gut Französisch, aber er begann zu allgemeiner Freude so: „Lassen Sie mich Ihnen in aller Kürze die Entwicklungsgeschichte meiner chinesischen Heimat seit dem Jahre 2000 vor Christi Geburt ...“ Er blickte ganz erstaunt auf, weil die Leute so lachten.

Du hast ganz recht: Man versteht es ja sonst nicht, wer kann denn das alles verstehen, ohne die geschichtlichen Hintergründe ... sehr richtig! Die Leute sind doch nicht in deinen Vortrag gekommen, um lebendiges Leben zu hören, sondern das, was sie auch in den Büchern nachschlagen können ... sehr richtig! Immer gib ihm Historie, immer gib ihm.

Kümmere dich nicht darum, ob die Wellen, die von dir ins Publikum laufen, auch zurückkommen – das sind Kinkerlitzchen(3). Sprich unbekümmert um die Wirkung, um die Leute, um die Luft im Saale; immer sprich, mein Guter. Gott wird es dir lohnen.

Du musst alles in die Nebensätze legen. Sag nie: „Die Steuern sind zu hoch.“ Das ist zu einfach. Sag: „Ich möchte zu dem, was ich soeben gesagt habe, noch kurz bemerken, dass mir die Steuern bei Weitem ...“ So heißt das. […]

Zu dem […] möchte ich noch kurz bemerken, dass viel Statistik eine Rede immer sehr hebt. Das beruhigt ungemein, und da jeder imstande ist, zehn verschiedene Zahlen mühelos zu behalten, so macht das viel Spaß.

Kündige den Schluss deiner Rede lange vorher an, damit die Hörer vor Freude nicht einen Schlaganfall bekommen (Paul Lindau(4) hat einmal einen dieser gefürchteten Hochzeitstoaste so angefangen: „Ich komme zum Schluss.“). Kündige den Schluss an, und dann beginne deine Rede von vorn und rede noch eine halbe Stunde. Dies kann man mehrere Male wiederholen. […]

Sprich nie unter anderthalb Stunden, sonst lohnt es gar nicht erst anzufangen.

Wenn einer spricht, müssen die andern zuhören – das ist deine Gelegenheit. Missbrauche sie.

Kurt Tucholsky: Ratschläge für einen schlechten Redner. In: Panter, Tiger und andere, Kapitel 52. Volk und Welt. Berlin 1957. Zu finden unter: www.gutenberg.spiegel.de/buch/panter-tiger-und-andere-1193/52

Worterklärungen

(1) Cicero: römischer Politiker, berühmter Redner

(2) die Sorbonne: Universität in Paris

(3) das Kinkerlitzchen: etwas Albernes, Unnützes

(4) Paul Lindau: deutscher Schriftsteller, sehr populär im 19. Jahrhundert

Aufgaben

  1. Lesen Sie den Text. Welche Ratschläge für einen schlechten Redner werden darin gegeben? Markieren Sie diese.
  2. Formulieren Sie Tucholskys „Ratschläge für einen schlechten Redner“ in „Tipps für einen erfolgreichen Redner“ um. Halten Sie diese in Stichworten auf einem Plakat fest.

Zusatzaufgabe ("Fleißaufgabe" - freiwillig, wird auf Wunsch gesondert bewertet)

Schauen Sie sich Ausschnitte aus den Reden bekannter Personen im Fernsehen oder auf YouTube an. Geeignet sind dafür beispielsweise Mitschnitte von Bundestagsdebatten, Wahlkampfreden aber auch Businessvorträge. Achten Sie auf die Sprache, aber auch auf Mimik und Gestik der Sprecher. Was gefällt Ihnen daran, was nicht? Legen Sie Notizen dazu an.

LF 4 (HEHN)

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LF 5 (SCHD)

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SK (WICK)

Bitte bearbeiten Sie das Material zur JAV und gleichen Sie überdies Ihre Ergebnisse zum Thema Betriebsrat mit der Musterlösung ab.