Zu Gast an unserer Schule – interessante Diskussionsrunde mit dem tansanischen Politiker Alatanga Nyagawa

Am Montag, den 23.04.2018, war die Aula Ort eines besonderen Treffens: Am Vormittag versammelten sich dort die Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse zur Begegnung und zum Gespräch mit dem tansanischen Politiker Alatanga Nyagawa.

Nachdem der Gast zuvor von der Schulleitung begrüßt wurde, kam er in die Aula, um dort die Schülerinnen und Schüler zu empfangen.
Die gesamte 11. Klasse des Wirtschaftsgymnasiums füllte ab der 2. Stunde erwartungsvoll die Aula und sah sich neugierig um: Im Eingangsbereich der Halle waren Plakate aufgehängt, die von der BGY17a im Gemeinschaftskundeunterricht gestaltet worden waren. Durch die gut strukturierten Plakate konnte man sich über das tansanische Schulsystem, die tansanische Flüchtlingspolitik, die Geschichte des Landes sowie über das Problem HIV/ Aids informieren. Ein Plakat mit Grunddaten über das Land rundete die Ausstellung ab.

Hans-Peter Metzger, der ehemalige Abteilungsleiter für Büroberufe sowie sein Sohn Philip begüßten die Anwesenden und erklärten, wie der Gast an die Schule kam.
Philip Metzger wohnte während seines entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes in Tansania vor einigen Jahren bei der Familie Nyagawa und konnte diesen so für den Informationsbesuch an der Schule gewinnen.
Philip Metzger nutzte die Zeit, um auf das Programm „Weltwärts“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hinzuweisen und so dem ein oder anderen einen Impuls zu geben, wie man die Phase nach Abschluss der Schule sinnvoll gestalten könnte.

In seinem einführenden powerpoint-gestützten Vortrag informierte Herr Nyagawa die Schülerinnen und Schüler kurz über landeskundliche Themen, die verschiedenen Kulturen und Sprachen und das politische System Tansanias. Herr Nyagawa lebte vor seinem Jura-Studium einige Jahre zur Ausbildung in Deutschland, so dass keine Sprachbarriere vorhanden war; dies freute die Schülerinnen und Schüler sehr und sie folgten dem Vortrag ihres Gastes mit großem Interesse.

Zur persönlichen Diskussionsrunde wurden die Klassen anschließend aufgeteilt: In der dritten Stunde konnten sich die Klassen BGY17 a) und b) mit ihm treffen, in der 4. Stunde nahmen dann die Klassen c), d) und e) das Angebot wahr, sich im schnell geschaffenen Stuhlkreis mit Herrn Nyagawa zu unterhalten.
Wegen der herzlichen, offenen und freundlichen Art des Gastes hatten die Schülerinnen und Schüler keine Scheu, ihre zuvor im Gemeinschaftskundeunterricht vorbereiteten Fragen offen zu stellen.

Von besonderem Interessen für die Schülerinnen und Schüler waren in den folgenden zwei Stunden nicht nur die deutsch-tansanische Geschichte (Tansania war vor dem 1. Weltkrieg unter dem Namen „Deutsch-Ostafrika“ für einige Jahrzehnte deutsche Kolonie), die Person des Gastes und seine Erfahrungen in Deutschland sowie das tansanische Schulsystem – hier verwies Herr Nyagawa darauf, dass wegen der dortigen Infrastruktur nicht alle Kinder in Tansania die Schule so lange besuchen, wie es wünschenswert wäre – sondern auch viele politische Fragen.

So wollten die Schülerinnen und Schüler wissen, wie die Parteienlandschaft in Tansania gestaltet ist, wie die Gewaltenteilung im tansanischen System funktioniert und welche Rolle die Opposition spielt.
In den Antworten auf diese Fragen führte der Gast den Elftklässlern spannend vor Augen, wie wichtig Meinungs- und Informationsfreiheit, eine differenzierte Presselandschaft, eine große Wahlbeteiligung und eine breite zivilgesellschaftliche Beteiligung für eine funktionierende Demokratie sind.
Eine rege Nachfrage der Schülerinnen und Schüler zu den Fragen nach der Rolle der Opposition sowie den Umgang der Regierung mit der Opposition verdeutlichte, dass den Schülerinnen und Schülern durchaus Unterschiede zwischen den politischen System Tansanias und der BRD aufgefallen waren.

Außer der Politik standen das Verhältnis der monotheistischen Religionen zu den Stammesreligionen und die Erfahrungen des Gastes in der HIV/ Aids-Hilfe im Fokus der Schüler-Fragen.

Nach der 4. Stunde wurde Herrn Nyagawa herzlich für seinen Besuch gedankt. Seine Aussagen dienten vielen Schülerinnen und Schüler, die mit ihm sprechen konnten, als anregende und interessante Bereicherung und waren noch Tage nach dem Besuch Anlass und Basis für zahlreiche Gespräche in den 11. Klassen des Wirtschaftsgymnasiums.
Es waren hoch interessante Einblicke in einen afrikanischen Staat, über den viele vor diesem Tag sehr wenig wussten und die den Horizont vieler Schülerinnen und Schüler erweiterten.

Die Schule bedankt sich herzlich bei Herrn Nyagawa für seinen Besuch und seine Bereitschaft, sich mit den Interessierten Schülerinnen und Schülern auszutauschen. Zudem dankt die Schule herzlich Herrn Philip Metzger, seinem Vater Hans-Peter Metzger, den Gemeinschaftskunde-Lehrerinnen und Lehrern für die Vorbereitung und der Klasse BGY17a für die informativen Plakate.

Text :
N.S.